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KINDHEIT UND FAMILIE

Ich wurde am 22. Juli 1978 in Wien geboren (was sich für die Biografie eines Musikers natürlich recht gut macht...), wuchs aber im Burgenland auf — in Markt Allhau, einem Dorf, das idyllisch inmitten der sanften Hügel Südost-Österreichs liegt und das ich nach wie vor sehr liebe.

Mein Vater Wolfgang Johannsen war in meinem Heimatort von 1967 bis 1999 evangelischer Pfarrer, meine Mutter Ilse unterrichtete Religion: d. h. ich verbrachte meine Kindheit in einem Pfarrhaus, was meine Geschwister Elisabeth (geboren 1964), Birgit (geboren 1965), Michael (geboren 1987) und mich in jeder Hinsicht geprägt hat; nicht zuletzt durch unsere christliche Erziehung, für die ich sehr dankbar bin. Das soziale Engagement unserer Eltern (wodurch wir sie allerdings auch nicht »nur für uns« hatten) prägte den Alltag, der meistens recht spontan und abwechslungsreich verlief; gerade die Wochenenden und Feiertage (mithin also die üblichen Ruhe- und Familienzeiten) bedeuteten für die Johannsens regelmäßig »Hochbetrieb«. Und noch eine recht unangenehme »Begleiterscheinung«: als Pfarrerskind steht man meistens in der »Auslage« und muß wohl oder übel als »lebende Visitenkarte« des Elternhauses herhalten...

Als wäre diese Kindheit nicht schon ungewöhnlich genug, besuchte ich außerdem in Oberwart den ersten integrativen Schulversuch Österreichs; meine vier Volksschuljahre verbrachte ich gemeinsam mit behinderten und nichtbehinderten Kolleginnen und Kollegen in einem für die mittleren 1980er Jahre (und das Burgenland, nota bene!) erstaunlich liberalen und humanen Umfeld. Unsere beiden Lehrerinnen (eine davon Sonder- und Heilpädagogin) wagten sich mit jener Rasselbande, die wir zweifellos waren, sowohl im schulischen als auch (mit-)menschlichen Bereich in völlig neue und unerprobte Gefilde vor: dem oftmals erbitterten Widerstand der Umgebung zum Trotz mit viel Erfolg! Ein eigens für uns geschriebenes (und vom ORF auch verfilmtes) Theaterstück mit dem Titel Die Zeitmaschine, aus der Feder von Peter Wagner, bildete den Abschluß eines Experiments, das seit damals buchstäblich »Schule« gemacht hat — und dem ich rückblickend sehr viel verdanke: Toleranz, Geduld, Konfliktbewältigung, selbstverständlichen Umgang mit Andersartigkeit, aber auch mit der eigenen Kreativität, die ja in meinem Beruf nicht unwesentlich ist!

MUSIKALISCHE AUSBILDUNG

Meine musikalische Ausbildung begann mit sieben Jahren, als ich Klavierschüler von Prof. Karl Messner an der Oberwarter Musikschule wurde. Nach jenem ersten Kontakt mit den Tasten war der Weg zur Orgel, die überhaupt meinen primären Eindruck von Musik darstellte, nicht mehr weit; und der brachte mich zu Martin Hopfmüller (damals Ordinarius für evangelische Kirchenmusik an der Grazer Musikhochschule), meinem ersten großen Mentor, der mich 13jährigen Grünschnabel kurz entschlossen an der Expositur Oberschützen unterrichtete: Samuel Scheidt, Dietrich Buxtehude, Helmut Bornefeld und mein geliebter J. S. Bach sozusagen als »Kontrastprogramm« zum Disco-Sound meiner Schulkameraden, daß mir der Mund nur so offen blieb... Martin Hopfmüller war es, der mich auf meinen musikalischen Weg schickte.

Oberschützen prägte, nach der vierjährigen Hauptschulzeit in Markt Allhau, ab 1992 auch meine Oberstufenjahre, die ich am Evangelischen Musikgymnasium, einer wirklich sehr feinen Ausbildungsstätte, zubrachte. Unser Schulchorleiter Erik Barnstedt erzog sich mit meinem und den umliegenden Jahrgängen ein preisgekröntes Vokalensemble, das vielfältig in Erscheinung trat und uns Schülerinnen und Schülern unvergeßliche Erlebnisse bescherte: meine Gymnasialzeit ist geprägt von Konzertreisen nach Deutschland, Rumänien und Schweden; neben Chorwerken des 16. bis 20. Jahrhunderts erklangen etwa auch Mendelssohns Oratorien Paulus und Elias — Literatur, die ich als Solist gerade deshalb so gerne singe, weil sie mich schon dermaßen lange begleitet.

STUDIUM

Mein in Oberschützen begonnenes Kirchenmusikstudium setzte ich an der Wiener Musikuniversität fort (Orgel bei dem leider allzu früh verstorbenen und unersetzlichen Alfred Mitterhofer, Chor- und Ensembleleitung bei Johannes Prinz und Johannes Hiemetsberger, Komposition bei Wolfgang Sauseng) und legte die 1. Diplomprüfung (die sogenannte »B-Kirchenmusikerprüfung«) im Juni 1999 mit ausgezeichnetem Erfolg ab.

Aufbauend auf meinen Oberstufenchor-Erfahrungen wurde ich 1998 Mitglied (und in Folge auch Solist) sowohl des Arnold Schoenberg Chores als auch des Concentus Vocalis Wien. Hier konnte ich nicht nur an phantastischen Projekten teilnehmen: die künstlerischen Leiter der beiden Chöre kamen mir, der ich ja erst am Anfang meiner Karriere stand, mit einigem Vertrauen entgegen und boten mir die Möglichkeit erster größerer Soloauftritte: Erwin Ortner gab mir den Part des Lukas in den Jahreszeiten sowie den des Uriel in der Schöpfung (beide Male beim Musikfestival im steirischen St. Gallen — Pressestimmen), Herbert Böck engagierte mich als Evangelist in Hugo Distlers Choralpassion für Konzerte in Salzburg und Vorarlberg (Pressestimmen).

Die wichtigste Begegnung in Wien war und ist aber jene mit meiner geliebten und verehrten Lehrerin Margit Fleischmann Klaushofer, die aus dem »Kirchenmusikstudenten mit der hübschen Tenorstimme« einen Sänger heranbildete, wobei ihr anfangs auch noch meine Skepsis an jenem Unterfangen zu schaffen machte! Im Juni 2005 schloß ich meine Studien – Lied und Oratorium bei Robert Holl, Opernschule bei Ivan Parik und Reto Nickler – mit Auszeichnung und einem MMag. art. ab.

Der Ortswechsel in die Bundeshauptstadt hat mich aber nicht nur bezüglich meiner Lehrerinnen und Lehrer enorm bereichert: ich habe – durchs Musikstudium und durch die vielen Chöre und sonstigen Formationen – Freunde und Weggefährten gefunden, die aus meinem Leben nicht mehr wegzudenken sind, die mich begleiten, beraten und mir hin und wieder »den Kopf zurechtrücken« (sehr wichtig!); das ist, neben all den herrlichen Werken und deren Aufführung, vielleicht die schönste Facette des Musikerdaseins (zumindest wie ich es erfahre und empfinde): dieses wunderbare Miteinander der oft unterschiedlichsten Menschen — stellvertretend für viele andere nenne ich hier meinen besten Freund (sozusagen mein »alter ego«) Ewald Donhoffer, einen phantastischen Dirigenten, Cembalisten, Vokalbegleiter etc. etc., mit dem (UND mit dessen Familie!) ich in den vergangenen Jahren unzählige musikalisch-menschliche Augenblicke erleben durfte.

KONZERTE

Eigentlich von Beginn meiner Sängerausbildung an konnte ich wichtige Auftrittserfahrungen sammeln. Seit meinem Evangelisten-Début mit Bachs Weihnachts-Oratorium im Dezember 1998 und meinem ersten Liederabend mit Schuberts Die schöne Müllerin im Folgemonat gab es vor allem auf dem Gebiet der Barockmusik viele Konzerte — sehr oft mit Originalklang-Formationen, mit denen ich diesbezüglich auch am liebsten zusammenarbeite: sowohl die Instrumente (deren weicher, kantabler Klang) als auch die besondere Spielpraxis machen Gestalt und Gestaltung völlig logisch und lassen ein reiches musikalisches Farbenspiel zu.

Projekte mit Le Concert des Nations, der Capella Leopoldina, dem Leipziger Barockorchester, der Akademie für Alte Musik Berlin, dem Kleinen Konzert, dem L’Orfeo Barockorchester sowie dem Concentus Musicus Wien haben mich diesbezüglich geprägt — und auch recht »verwöhnt«. Besonders eng fühle ich mich dem Bach Consort Wien und dessen Leiter Rubén Dubrovsky verbunden: ein Konzert, gemeinsam mit dem spanischen Countertenor Carlos Mena, im herrlichen Palau de la música catalana in Barcelona gehört zu meinen »barocken Sternstunden« (Pressestimmen). Auftritte z. B. beim 78. Bachfest der Internationalen Bachgesellschaft in Frankfurt (Oder) sowie beim Bachfest der Stadt Leipzig 2003, bei den Tagen Alter Musik des WDR 2004 in Herne, beim Musikfest Bremen 2007 oder bei den Festspielen Herrenchiemsee 2008 führten mich nach Deutschland, wo sich überhaupt ein Großteil meines Konzertlebens abspielt (so freut es mich ganz besonders, hin und wieder in der neu errichteten, atemberaubend schönen Dresdner Frauenkirche musizieren zu dürfen); darüber hinaus trat ich 2002 beim Kammermusikfestival Stavelot (Belgien), 2004 im Rahmen des Israel Festival in Jerusalem und 2008 beim Festival dell’Emilia Romagna auf. Konzertverpflichtungen führen mich regelmäßig durch ganz Europa (etwa in die Londoner Wigmore Hall, die Kiewer Philharmonie, das Berliner Konzerthaus, in die Hamburger Musikhalle oder ins Teatro Olimpico nach Rom) sowie nach Israel und in die USA — Die österreichischen Festivals styriarte, Carinthischer Sommer, Traunsee-Festwochen Gmunden, Musikwochen Millstatt, Donaufestwochen im Strudengau, Musica Sacra oder etwa die Grazer Dommusik mit ihrem »Jahrtausend-Zyklus BACH XXI« laden mich immer wieder zu interessanten Projekten ein, und in Wien bin ich regelmäßig in den beiden großen Konzerthäusern zu hören. 2006 débutierte ich bei den Salzburger Festspielen, 2008 trat ich im Rahmen der dortigen Pfingstfestspiele auf.

Nicht nur die Musik des 17. und 18. Jahrhunderts liegt mir am Herzen: gerne vertiefe ich mich in die lyrischen Partien der Klassik und Romantik (etwa von Haydn, Schumann und Mendelssohn) und genieße ein »sängerisches Klangbad« im Symphonieorchester: so etwa bei Projekten mit den Wiener Philharmonikern, den Wiener Symphonikern, dem Israel Philharmonic Orchestra, dem Mozarteum Orchester Salzburg und dem Chamber Orchestra of Europe. — Bisher konnte ich u. a. mit Dirigenten wie Nikolaus Harnoncourt, René Clemencic, Georges Prêtre, Sir Neville Marriner, Peter Schreier, Dennis Russell Davies, Thomas Hengelbrock, Jordi Savall, Roy Goodman und Enoch zu Guttenberg arbeiten.

Wichtig ist mir auch das Musikschaffen des 20. Jahrhunderts (Janácek, Distler, Honegger etc.) und der Gegenwart — durch die Freundschaft mit dem Wiener Komponisten Wolfgang Sauseng wurde mir die ehrenvolle Aufgabe zuteil, in seiner im April 2003 uraufgeführten Passio Iesu secundum Ioannem den Evangelisten – mir quasi »auf den Leib geschrieben« – zu singen; die drei Konzerte mit dem Chorus sine nomine unter Johannes Hiemetsberger (Auftraggeber des Werkes) waren unglaublich packend und sind in Form einer ORF-CD dokumentiert. — Der mir zugeeignete Part des Hirtenjungen in der Oper Die Sennenpuppe, deren Uraufführung (Pressestimmen / Szenenfotos) weithin große Beachtung fand, verbindet mich einmal mehr mit dem oberösterreichischen (und am Salzburger Mozarteum lehrenden) Komponisten Ernst Ludwig Leitner, den ich sehr schätze und zu meinen besten Freunden zähle.

LIED

Was ich an sprachlich-gestalterischen Möglichkeiten bei meinen Evangelistenparts so liebe, kann ich im Kunstlied natürlich gleichermaßen erleben: Franz Schubert ist hier meine Mitte und wird flankiert von Robert Schumann und Hugo Wolf; daneben wähle ich für meine Programme auch hierzulande eher weniger bekannte Kompositionen, etwa aus der anglo-amerikanischen Welt (Britten, Barber, Copland) — für die französische Romantik (v. a. für die Lieder Faurés und Duparcs) kann ich mich ebenfalls sehr stark begeistern.

Jemand, der wie kaum ein zweiter im und für das Lied lebt, ist mein hochverehrter Lehrer Robert Holl, dessen Ausdruckskraft, Weisheit und Herzenswärme mich bei jeder Begegnung (sei es im Unterricht, der natürlich IMMER viel zu kurz war, oder beim Hören seiner Konzerte und Aufnahmen) aufs neue faszinieren. Was für eine Ehre, daß ich so jemandes Schüler sein durfte, ihn auch jetzt noch immer wieder um Rat fragen — und sogar im Rahmen von Ensemble-Abenden an seiner Seite musizieren kann.

Meisterkurse bei Dietrich Fischer-Dieskau (v. a. mit Hugo Wolfs Mörike-Liedern, die zweifellos zu meinen »Leib-und-Magen-Stücken« gehören), Christa Ludwig und Roger Vignoles haben mich in ähnlicher Weise reichlich beschenkt und bestärkt, dem Liedgut, von dem ich wohl mein ganzes Leben lang nicht lassen kann und will, mit allen Kräften und aller Phantasie zu dienen.

Während einiger Jahre war Elena Larina bei Konzerten, Wettbewerben und Meisterkursen »meine« Duopartnerin; die Jury der 2007 Wigmore Hall / Kohn Foundation International Song Competition hat uns beide auch mit dem Jean Meikle Prize for a Duo ausgezeichnet (“for the outstanding chamber music performance of a voice and piano partnership”). Doch »variatio delectat« und ist auch sehr nötig, weswegen ich mittlerweile die bereichernde Zusammenarbeit mit ganz unterschiedlichen Pianistinnen und Pianisten verschiedenster Länder suche: die Israelin Irit Rub, der Schweizer Simon Bucher, die Französin Mélina Burlaud, der Amerikaner Brian Hanke, der Belgier Daniel Thonnard, der Deutsche Thomas Schubert, meine Landsleute Walter Bass, Eduard Kutrowatz und Dieter Paier sind ganz wichtige Freunde und Partner geworden. Auch einige der »Großen« unter den Liedbegleitern, so etwa David Lutz, Roger Vignoles, Helmut Deutsch und Gerold Huber, haben mir ihre Zusammenarbeit angetragen — das freut und ehrt mich; genau so wie die Einladung der Buchman Mehta School of Music (der Tel Aviver Musikakademie), einen Lied-Workshop mit den dortigen Studierenden durchzuführen (im Jänner 2008).

 

MUSIKTHEATER

Auf der Musiktheaterbühne geht es sehr wohlüberlegt vonstatten: »Die Allegorie der Bewegungen« in Wolfgang Sausengs Kirchenoper Das Staunen des Ezechiel (UA Wien 2002; mus. Leitung: E. Ortner, Regie: Leo Krischke) war mein Début; besonders wichtige Erfahrungen sammelte ich bei den Operetten-Festspielen Bad Ischl 2003, wo ich zwar nur kleine Rollen übernommen hatte (etwa den Dr. Blind in der Fledermaus), aber dennoch mehr als 30 Vorstellungen in zwei Monaten sang — Einblick in die Routine des Theateralltags. 2004 nahm ich an Produktionen in der Wiener Kammeroper (ein Monteverdi-Projekt mit Lorenz Duftschmid und Philipp Harnoncourt) sowie im Schönbrunner Schloßtheater (Janáceks Das schlaue Füchslein als Projekt der Opernklasse Parik/Nickler) teil; eine besondere Herausforderung und ein großer Erfolg war eine Japan-Tournée mit Così fan tutte im September 2004. — Überhaupt sind Mozarts Tenorpartien (so etwa Don Ottavio, Belmonte, Gomatz und Tamino) wie für mich geschrieben; des weiteren arbeite ich gerne an den lyrischen Rollen von Rossini (Conte d’Almaviva), Benjamin Britten (Albert Herring) oder Igor Stravinsky (Tom Rakewell) und sehe darin auch meine nächste Zukunft auf der Bühne. Mein Operndiplom machte ich übrigens als Lurcanio in G. Fr. Händels Ariodante im April 2005 (mus. Leitung: Ewald Donhoffer, Regie: Christiane Lutz)

Meine bisher umfangreichste Tätigkeit auf der Opernbühne übte ich in der Saison 2005/06 als Ensemblemitglied des Luzerner Theaters aus; dieses Jahr hat mich vielfältig bereichert — sei es nun durch die szenische Arbeit mit wunderbaren Regisseuren wie Claes Fellbom (Il barbiere di Siviglia), Adi Hirschal (Eine Nacht in Venedig), Tatjana Gürbaca (Zaide) oder David Hermann (Jewgenij Onjegin), durch die musikalische Arbeit mit den Dirigenten John Axelrod und Rick Stengårds sowie der Studienleiterin Ariadna Zagrean oder durch meine ausgezeichneten und obendrein auch noch herzlichen Ensemblekollegen! Die paar Dutzend Vorstellungen als Fiorello, Conte d’Almaviva, Caramello, Gomatz und Monsieur Triquet (nicht zu vergessen ist unsere Uraufführung bei der Münchener Biennale!) sind auch in der Rückschau noch etwas ganz Besonderes.

In der Spielzeit 2008/09 débutierte ich sehr erfolgreich an der Volksoper Wien als tragikomischer Schwerenöter Egon von Wildenhagen in Eduard Künnekes Operette Der Vetter aus Dingsda (Pressestimmen), des weiteren trat ich unter der musikalischen Leitung von Michael Hofstetter bei den Ludwigsburger Schloßfestspielen in Mozarts Die Entführung aus dem Serail auf — übrigens als Pedrillo, der mir nämlich (rollencharakterlich wie musikalisch) auch sehr gut liegt... (Pressestimmen)

Das Münchner Staatstheater am Gärtnerplatz engagierte mich 2010 (und darüber hinaus) als Tamino in Mozarts Zauberflöte; und zurück zu meinen »Musiktheater-Wurzeln« – nämlich zur zeitgenössischen Kirchenoper – kehrte ich im Rahmen des Carinthischen Sommers 2010: für die Uraufführung Die Geburt des Täufers aus der Feder des Finnen Jyrki Linjama, wo ich in die Rolle des Erzengels Gabriel schlüpfen konnte (Pressestimmen).

 

AUFNAHMEN — WETTBEWERBE

Durch Radio- und Fernsehmitschnitte (z. B. bei den Eröffnungsfeierlichkeiten der Wiener Festwochen 2001) etlicher Aufführungen sowie durch Vorstellungen etwa im Rahmen der Ö1-Sendung »Intrada« bin ich auch immer wieder im Rundfunk zu hören. Desgleichen wirkte ich bereits an etlichen CD-Produktionen mit (näheres im Menüpunkt »Diskografie«).

Die Teilnahme an Musikwettbewerben habe ich immer als etwas enorm Spannendes und Gewinnbringendes angesehen: durch die sorgfältige Vorbereitung (die man dermaßen intensiv oft nur vor Diplomprüfungen betreibt) werden die Stücke wirklich ganz und gar einverleibt und bleiben als musikalischer Schatz erhalten — egal, wie positiv oder negativ eine Jury darüber befindet.

Ganz besonders freut es mich natürlich, daß die Juroren sowohl beim XIII. Internationalen Johann-Sebastian-Bach-Wettbewerb (Leipzig 2002), beim 3. Internationalen Hilde-Zadek-Gesangswettbewerb (Wien 2003) als auch beim XIV. Internationalen Robert-Schumann-Wettbewerb (Zwickau 2004) meine stimmlichen und interpretatorischen Leistungen eines 2. Preises würdig erachteten. Darüber hinaus verlieh mir die Münchner Konzertgesellschaft im Rahmen ihres 17. Großen Förderpreiswettbewerbes, der 2004 unter dem Motto »das deutsche romantische Lied« stand, den August-Everding-Preis. Als Preisträger des Wettbewerbs der Kammeroper Schloß Rheinsberg 2004 trat ich im selben Jahr bei einigen Operngalas in Rheinsberg auf. 2005 war ich Finalist des Richard Tauber Prize for Singers in der Londoner Wigmore Hall. 2006 errang ich beim 9. Internationalen Mozart-Wettbewerb in Salzburg den Sonderpreis für die beste Liedinterpretation. — Lauter Ansporne zu noch viel intensiverer Beschäftigung!

KIRCHENMUSIK

Kirchenmusik ist aus meinem musikalischen Alltag nicht wegzudenken und auch eine Kraftquelle, die ich immer wieder »anzapfe«; zum einen als Solist durch die regelmäßige Mitgestaltung der Hochämter in der Wiener Jesuitenkirche sowie in den Domen von Graz, Klagenfurt und Eisenstadt (um nur einige Orte zu nennen); zum anderen (quasi an den »nicht-sängerischen« Sonntagen) als Organist, hauptsächlich in der evangelisch-lutherischen Kirche Oberwart, in meiner südburgenländischen Heimat.

Als Referent für Singen mit Kindern im liturgischen Rahmen wurde ich mehrfach zu entsprechenden Tagungen in Österreich und Deutschland eingeladen.